„Everspace“!

everspace

Bislang konnte ich mir Kickstarter-Kampagnen mit faszinierter Distanz anschauen. Nun stehe ich selbst dort in einem Beschreibungstext und, tja, blicke etwas genauer hin, wie es läuft.

Das Team von Rockfish Games aus Hamburg entwickelt derzeit „EVERSPACE“, einen „rogue-like 3D space shooter“, bei dem ich an Story und Spielwelt mitmischen darf.

Hier ist der Link zu Kickstarter.

Wer sich weiter über das Spiel informieren möchte:

Website.

Facebook.

Twitter.

Und eine Weiterverteilung der Links – besonders zur Kampagne – ist natürlich besonders willkommen. 🙂

„Aber bei dir läuft’s doch gerade ganz gut.“

Diesen Satz habe ich auf der Gamescom öfter gehört.

Es ist ein trügerischer Satz. Ich muss mich dabei beherrschen, einen philosophischen Monolog zu beginnen, der „gut laufen“ im Bezug auf Außenwahrnehmung und Kontostand setzt und „gerade“ via Relativitätstheorie zu dekonstruieren. Natürlich sind die ganzen Interviews und Lesungen für meine Bücher schuld. Durch diese sieht es phasenweise so aus, als würde ich Millionen von Exemplaren verkaufen (lassen) und total berühmt sein.

Aber nur, wenn ich mal wieder im Radio zu hören bin, heißt das nicht, dass ich gerade überlege, ob ich in Gold oder Immobilien anlegen soll.

Wenn ich gerade mit einem Projekt ausgelastet bin, heißt das nicht, dass das in zwei Monaten auch der Fall ist.

Weil ich nicht wehklagend durch die Gegend laufe, heißt das nicht, dass es gerade gut läuft.

Vielleicht haben Freiberufliche in dieser Hinsicht mehr Dämonen als andere, vielleicht auch nicht, wenn man sieht, wie die Rechte von Arbeitnehmern konstant abgebaut werden und ein einziger Job zum Leben kaum noch ausreicht. Aber Angestellte sind Insider, sie haben Kollegen, die im gleichen Boot sitzen. Als Freiberufler ist man immer Außenstehender und Einzelkämpfer, und es braucht Selbstbeherrschung und Optimismus, nicht zum Zyniker zu werden.

Je länger ich diesen Job mache – und es sind inzwischen schon zwölf Jahre – desto mehr glaube ich, dass ich Freiberuflichkeit etwas ist, dem man sich zu 100% verschreiben muss. Wer sich nach einer Kündigung halbherzig daran versucht, wird es langfristig nicht schaffen. Und wer sie ernsthaft angeht, sollte sich die Nachteile, nicht nur in finanzieller Hinsicht, sehr bewusst machen. Man pendelt zwischen euphorischen Phasen, in denen man das Schwert in den Himmel reckt und „SIE KÖNNEN UNS DAS LEBEN NEHMEN, ABER NICHT UNSERE FREIHEIT!“ brüllt und den Phasen, in denen man nicht einschlafen kann, weil man weiß, dass die Kohle in drei Monaten aus ist, wenn sich nicht bald was tut. So extrem ist es natürlich nicht immer. Meistens ist es irgendwas zwischen „gerade läuft es ganz gut“ und „gerade läuft es ziemlich schlecht“. Und es gibt niemals eine Garantie, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Auf der Gamescom konnte ich davon erzählen, dass ich im Moment an tollen Spielen arbeite und gerade frische Buchkonzepte mit meiner Agentur pitche.

Ja, eigentlich läuft’s bei mir gerade ganz gut.

Gerade.

 

„Ausgewählt!“ jetzt auch als Printausgabe

Ganze zwei Jahre, nachdem ich mein kleines E-Book herausgebracht habe, gibt es meine Geschichtensammlung jetzt auch in gedruckter Form.

Und zwar hier.

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Die Printausgabe ist per „Createspace“ gebaut, wird im Print-on-Demand-Verfahren für jede Bestellung einzeln gedruckt und verschickt. Sie kommt also noch fast warm an. Den Preis von 7,99 € halte ich für fair. Meine Gewinnmarge ist dabei klein, aber ich wollte deutlich unter 10 Euro bleiben und sehe diese Ausgabe nur als eine Art Service für diejenigen, die E-Books immer noch hassen (was ich nicht nachvollziehen kann 😉 ).

Die FAQ zum Buch habe ich entsprechend aktualisiert.

Ach, und mein langjähriges Projekt „Politthriller“ ist gerade im Zustand „Satz und Covergestaltung“. Ja, er ist fertig, fertig, fertig. Ich hoffe, ich kann bald etwas zum Erscheinungstermin sagen.

Warum ich „Shenmue“ trotzdem nicht kickstarte

Wanna play a game of Lucky Hit?

Meine Dreamcast verkaufe ich schon deswegen nicht, weil mich sicher irgendwann der Wunsch überkommen wird, noch mal „Shenmue“ zu spielen. Klar, könnte auch die erste Xbox rauskramen, aber für die gibt es nur Teil 2 (und Teil 1 als DVD-Zusammenfassung). Das Spiel hat mich geflasht, wie es bei mir nicht mehr so oft vorkommt. Gut, ist auch schon 15 Jahre her. Und der Cliffhanger am Ende von Teil 2 war fies genug, um Jahr für Jahr auf eine Fortsetzung zu hoffen.

shenmue

Have you seen any men wearing black suits?

Verglichen mit einem GTA V ist die Welt von Shenmue antik und dröge. Mit einem Hubschrauber durch Los Santos zu fliegen ist etwas beeindruckender als Sonic-Figuren in einem virtuellen Kaugummiautomaten zu kaufen. Aber Shenmue hat einen eigenen, meditativen Reiz. Viele Fans von damals sind heute erwachsen und stürzen sich auf den Kickstarter.

I should go home. Ine-san will be worried about me.

Ich hoffe, die „Quick Time Events“ werden weniger. Oder durch etwas ersetzt, was mehr Spaß macht. Und ich möchte gern auch nicht mehr 20 Kisten mit dem Gabelstabler transportieren müssen. Aber ich kann es kaum erwarten, in diese Welt zurückzukehren und zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht, die an dem Tag begann, als es schneite und Ryo nach Hause eilte …

Get up, I’ll allow you to die like a warrior.

Warum mache ich trotzdem keine Kohle für den Kickstarter locker? Das hat einige Gründe:

  • Shenmue galt lange als teuerstes Spiel aller Zeiten (dürfte inzwischen nicht mehr stimmen). Es hat immer einen Beigeschmack, wenn AAA-Produktionen diesen Weg der Finanzierung wählen. Als würde Michael Bay einen Kickstarter machen, nachdem er einen Flop hatte. Zumal Sony mit im Boot ist. Wenn ich kickstarte (oder indiegogoe oder startnexte), ist da immer diese kuschelige Decke des Idealismus dabei. Die fehlt hier.
  • Die gesamte Saga soll 16 Kapitel umfassen. Teil 1 war Kapitel 1, Teil 2 war Kapitel 2-4. Nein, unwahrscheinlich, dass Teil 3 das Ende ist. Zumal die Euphorie, die jetzt herrscht kaum jemanden an den Hebeln der Macht verleiten wird, die Geschichte mit Teil 3 zu einem runden Ende zu bringen. Heißt, es gibt dann 2018 oder so den nächsten Kickstarter?
  • Wenn Sega auch nur halbwegs mitdenkt, bringen sie Teil 1 und 2 neu raus. Muss nicht mal als „Remastered“ sein. Nennt es halt „Classic Edition“.
  • $29 nur für den Download (nur für eine Plattform zudem?) scheint mir zu hoch gegriffen.
  • Ich bin nicht verrückt genug, einen dreistelligen Betrag in Sammlereditionen zu stecken.

Kurzum, ich hoffe auf eine „Trilogie-Ausgabe“, die die beiden Klassiker und den neuen dritten Teil umfasst. PS4 oder PC ist mir dabei egal. Dafür mache ich dann gerne das Geld locker.

A pitch black night unfolds with the morning star as its only light.

(Aber hey, wenn Teil 3 auf Englisch entwickelt wird und jemand für die deutschen Untertitel gesucht wird … ich wüsste da jemanden!)

„A Writer’s First Day“

So heißt mein Vortrag, den ich auf der Entwicklerkonferenz „Quo Vadis“ im April 2015 gehalten und den ich in Twine geschrieben habe.

Genauer gesagt – vorhin.

Darin geht es um den ersten Arbeitstag eines „Game Writers“ einer fiktiven Firma, mit vielen verwirrenden Situationen und komischen Entscheidungen. Und, nein, es ist nicht autobiografisch. 🙂 Twine exportiert nette HTML-Files, weswegen jeder den „Vortrag“ nachspielen kann.

Hier klicken, um zur „Interactive Fiction“ zu kommen.